Brainstorming erweitern; holt das Maximum raus!

Brainstorming erweitern

Brainstorming erweitern

Sturm ist angesagt. Genau; Brainstorming kennen wir alle: Thema wird genannt, dann rufen oder schreiben alle Begriffe auf und es wird gesammelt. Erlaubt ist alles, falsche Ideen gibt es nicht. Ein super Tool, wenn es um das Generieren von Ideen geht. Darum mein Tipp: Brainstorming erweitern und noch mehr raus holen.

Wie jedes Tool kann es erweitert oder in Varianten durchgespielt werden.

Zum Beispiel:

  • Als Ausgangspunkt einen Text lesen und per Brainstorming Assoziationen zusammenstellen.
  • Nicht nur schreiben, sondern skizzieren, einfache Bilder erstellen.
  • Formen sprechen lassen, zu Beispiel schnelle 3D Skizzen oder in Form von Gegenständen, die zusammengesucht werden.
  • Mehrere Durchgänge, zwischendurch Cluster (Themenwolken) erstellen.

Wenn möglich die entstandenen Konstrukte hängen oder stehen lassen. Sie sind gerade in einem längeren Gestaltungsprozess eine wunderbare Inspirations Quelle. Hier kann jeder Einzelne vom «Brainpower» der Gruppe profitieren.

Bild: Workshopwoche, CoCreate 2016 @ FHNW HGK

Schnipsel, schnipseln, schnipselig = 3D Skizzen

schnipseln, Schnipsel, 3D Skizzen

3D Skizzen, mehr ist mehr

3D Skizzen (Schnipsel), auch Prototypen genannt: Was bringt’s?
«Skizze, skizzieren, skizziert» bewegt sich auf einer flachen Unterlage. Das Resultat ist zweidimensional. Im Gegensatz dazu ist «Schnipsel, schnipseln, schnipselig» dreidimensional.

In dem Sinne ist «Schnipseln» oder 3D skizzieren ein  zentrales Werkzeug der Gestaltung. Es erweitert die eigene Sicht auf die Gestaltung des Objektes. Schnipseln ermöglicht ein besseres Erfassen der Situation und gibt eine klarere Vorstellung wie das Produkt in echt aussehen könnte. Dass mehr Sinne sind involviert sind (sehen, spüren, hören) verstärkt das automatische generieren von neuen Ideen. Und: schnipseln braucht nicht mehr Zeit als 2D skizzieren.

Genau: Mehr ist mehr.

Tipp: Nicht nur Papier, Karton und Malerklebband, sondern Resten jeglicher Art eignen sich bestens für schnelle 3D Skizzen.

Text zu Motivation & Zielstrategie

Skizze: Wie komme ich zum Ziel? (Zielstrategie)

Wie erreicht der Studierende ein Ziel?

Zuerst – das tönt jetzt etwas einfach, aber dennoch: Er oder sie muss das Ziel kennen und verstehen. Genau, nicht nur kennen im Sinn von «das hab ich im Projektbeschrieb gelesen» sondern auch verstehen im Sinn von «ich weiss um was es geht».
Danach kommen die Überlegungen dazu, wie das Ziel erreicht werden kann. Offensichtlich gibt es hier unterschiedliche Herangehensweisen und didaktische Überlegungen. So ist es je nach Situation angezeigt eine Strategie gemeinsam zu entwickeln oder das Gegenüber auf eigenen Beinen stehen lassen.

Beim gemeinsam Entwickeln der Zielstrategie – und darum geht es hier – geht es keinesfalls drum dem Studierenden alles zu servieren sondern darum ihn so zu begleiten, dass er die Entwicklung eigentlich selber macht. Der Dozierende gibt hier nicht fertige Antworten im Sinne von: Zuerst müssen Sie … dann kommt … und dann will ich … sehen. Fragen stellen um zu Einsichten zu gelangen ist eine gute Möglichkeit von Begleitung. Zum Beispiel: «Was meinen Sie, welchen Input und welches Material brauchen Sie um gute Bilder für eine Fotoreportage zu erstellen?» Ist für den Dozierenden klar, dass gewisse Aspekte übersehen werden, kann selbstverständlich nachgehakt werden. «Denken Sie fundierte Hintergrundinformationen zum Thema würden Ihnen beim Fotografieren helfen?»

Faktoren

Es ist aber nicht nur die Zielstrategie, die dem Studierenden verhilft das Ziel zu erreichen. Es gibt unterschiedliche, zahlreiche Faktoren die Einfluss haben. Als zentral erachte ich Transparenz, emotionale Bindung und den gegenseitigen Austausch.

Transparenz beim Stellen einer Aufgabe (darum geht es, das ist wichtig, so wird bewertet, das erwarte ich …) hilft dem Gegenüber die Aufgabe im Sinn von «ich weiss um was es geht» zu verstehen. Bei gut gestellten Aufgaben sollten sich Antworten auf die Frage «was bringt mir das jetzt» mit Leichtigkeit ableiten lassen.
Hilfreich ist zweifelsohne das Knüpfen von emotionalen Bindungen zum Ziel. Diese entsteht, wenn das Gegenüber weiss es bringt ihm etwas – er tut es ja für sich. Emotionale Bindung kann auch durch Zusammenarbeit entstehen. In einer produktiven Gruppe zu arbeiten motiviert. Motivierte Leute haben Spass. Spass spornt zu Leistung an. Genau: Aufwärtsspirale!
Feedback einholen und so gegenseitigen Austausch fördern ist generell befruchtend. Wichtig aber auch, weil der Dozierende es nicht verpassen darf zu merken, wenn die Aufgabenstellung nicht klar ist. «Ich hab es doch schriftlich abgegeben». Stimmt, aber unter Umständen, müsste hier klar werden, dass wenn es trotzdem nicht funktioniert, die Aufgabe nicht klar gestellt wurde?

Inspiration

Gegenseitiges Austauschen in der Gruppe bei der Entwicklung der Zielstrategie, bringt oft beiden Seiten viel (Lernender und Lehrender). 20 Köpfe haben hier mehr Ideen als einer. Warum nicht in die Runde Fragen: «Welche Ansätze könnten Sie sich vorstellen um ans Ziel zu kommen?». Diese Art von Fragen und Austausch haben für mich als Dozentin oft den wunderbaren Nebeneffekt, dass ich auf neue Ideen komme. Meine Klasse schenkt mir Information und Inspiration.

Skizze: So get es! (Zielstrategie)

Buchtipp: Feedback

Buchtipp zu Feedback

Beetz, Jürgen: Feedback. Wie Rückkopplung unser Leben bestimmt und die Natur, Technik, Gesellschaft und Wirtschaft beherrscht. Berlin: Springer Spektrum Verlag, 2015

Ein Buch, das unterschiedlichste Arten von Feedback beleuchtet und verschiedenste Themenfelder zugänglich macht. Unbedingt lesenswert. Gerade wenn man sich für Prozesse im eigenen Berufsfeld interessiert. Die Texte sind mit vielen praxisnahmen Beispielen lebendig beschrieben und wissenschaftlich untermauert.

Der Titel des Kapitels 7.8 sagt uns, warum wir uns in der Lehre ganz unbedingt mit Rückmeldung auseinander setzten müssen. Das Kapitel heisst: «Das geht gar nicht: Lernen ohne Feedback».
In diesem Sinne: Für jeden der sich mit lehren und lernen beschäftigt relevant. Ein Sachbuch, das der Sache dient!

Rückseitentext des Buches:
Feedback wird im breiteren Sinne als Rückkopplung verstanden, nicht nur als verbale Rückmeldung. Rückkopplung ist das Rückführen der Wirkung auf die Ursache – und die verblüffenden Effekte sind in allen Lebensbereichen anzutreffen.

http://beetzblog.blogspot.ch/p/blog-page_19.html