Aus- & Weiterbildung: Aspekte von Betreuen und Begleiten

Betreuen-Betrachten

Unterschiede von Betreuen und Begleiten

Betreuen bedeutet einen sicheren Rahmen bieten, Möglichkeiten aktiv aufzeigen, Einführungen geben. Kurzum der Dozent oder die Dozentin ist in dieser Rolle Mentorin, oder Lehrender, der etwas weiter gibt. Diese Art des Unterrichts ist gerade zu Beginn einer Ausbildung sinnvoll, denn Erfahrungsschatz, Input und andere Perspektiven sind dann sehr wichtig.
Beim Begleiten ist die Rolle des Dozenten oder der Dozentin mehr jene eines Team-Members oder Coaches. Es geht weniger darum Wissen weiter zu geben, sondern mehr darum im Prozess zu unterstützen. Sei das bei der Reflexion zum Projekt oder bei einer Umsetzung dieses.
Betreuen und Begleiten unterscheiden sich im Grundprinzip deutlich, dennoch gibt es keine scharfe Trennung dieser beiden Bereiche. Jeder beinhaltet Elemente vom anderen.

Verhältnis von Betreuen und Begleiten im Bezug auf die Ausbildung betrachtet

Wichtig für Planung und Unterricht ist die Erkenntnis, dass zu Beginn einer Aus- oder Weiterbildung mehr Elemente mit betreuenden Charakterzügen notwendig sind als gegen Ende hin. So braucht eine «frische» Studentin Input, Wissensvermittlung und einen Rahmen aus dem heraus Entwicklung der Selbstbestimmung gefördert wird. Je höher der Grad an lernbezogener Autonomie ist, umso stärker gehen Elemente der Betretung zurück und Elemente des Begleitens treten an ihre Stelle. Dieses Unterstützen der Entwicklung von Selbstbestimmung ist «Empowerment».  Empowerment sehe ich als eines der Grundziele von jeder Ausbildung.

Theorie nicht gleich Praxis

In der Praxis sieht das natürlich nicht so geradlinig wie beim Titel aus. In der Praxis befindet sich jeder Lernende an einem anderen Punkt. Hier ist die Fähigkeit des Dozenten entscheidend, dies zu erkennen und in einem vernünftigen Rahmen darauf einzugehen.
Das Einzel in der Masse zu erkenn und darauf eingehen zu können sehe ich als wichtige Kompetenz von Personen die in der Lehre tätig sind. Feedback bietet viele Möglkichkeiten diese Kompetenzen zu stärtken.

Auf den Punkt gebracht

Die Unterscheidung von Begleiten und Betreuen ist wichtig um zu erkennen wie die Entwicklung und das Empowerment von der Gruppe, aber auch vom Einzelnen gefördert werden kann.

Betreuen-Begeliten
Die Realität in einer Gruppe: nicht alle Lehrenden haben gleich entwickelte Kompetenzen und entwickeln sich auch nicht gleich.

#weiterbildung digital

digitale weiterbildung

#weiterbildung digital, Tagung an der PH Zürich:
Hängen gebliebenes & Gedankenschnipsel

Transformation – Bei einer Transformation findet immer ein Bruch statt. Es ist ein Umbruch oder eine Änderung. Was passiert an dieser Bruchstelle?

Arbeitsmodelle der Zukunft. Was muss Bildung leisten? – Wissenschaft/Forschung und Praxis/Umsetzung müssen sich ergänzen und in ständigem Austausch zueinander stehen. Weiterbildung kann dank Forschung optimiert werden.

Steigende Komplexität, steigende Geschwindigkeit – Wie gehen wir  in der Lehre damit um?
Personalisierte Weiterbildung als Ansatz

Spannungsfelder entstehen: Langeweile wird gepaart mit steigender Komplexität. (Fliessband)

Der Stellenwert der menschlichen Arbeit liegt momentan in der Bewältigung von Ungeplantem. – Dazu braucht es ein tiefes Verständnis/ Wissen von Prozessen die dahinter stehen.
Arbeitsmarkt sucht: agile, selbstverantwortliche und selbstgesteuerte Personen. Die Arbeit im Team und die Problemlösungsfähigkeit, Kreativität, und Kommunikationskompetenz sind wichtige Faktoren.

Bildungsräume – Informelles lernen – Produktorientierte Didaktik – Bildungs-Architektur – Gestaltung von Bildung und deren Räumen

Feedback macht Räume erfassbar.

Digitale Medien – Sind ein weiteres Werkzeug, wie ein Bleistift. Sie sind kein Ersatz sondern eine Ergänzung. Es kommt auf das „wie“ an, nicht auf das „ob“.

Der Umgang mit Algorithmen als Sozialkompetenz.
Das „sich einlassen“ auf eine irritierende, also bildungsfördernde Sicht, wird zunehmend schwieriger. (Rausgefiltert).

Weiterbildung für mündige Menschen gestalten.

 

why not?

Paketdeckel mit (zu)vielen Briefmarken

Beim Betrachten dieses Paketdeckels könnte man denken, dass da jemand seine Briefmarken Ansammlung loswerden wollte oder eine spezielle Faszination fürs Briefmarken befeuchten hat. Falsch: Es war eine offizielle Poststelle, welche die Frankatur des Pakets so gelöst hat.
Nun fragt man sich, ob diese Poststelle den Nutzen von selbst gedruckten Frankaturen noch nicht erkannt hat, nicht die Technologie dazu hat oder gerade der Strom ausgefallen ist?

Auf jeden Fall ergibt sich ein wunderbares Bild, dass als Diskussionseinstieg für Themenkreise wie: Prozesse, Design, Innovationmöglichkeiten, … wunderbar funktioniert.

Bilder erzählen Geschichten, inspirieren zu Gedankengängen, lassen neue Bilder entstehen, sind Ankerpunkte für Argumentationen, …
Und vielleicht ist die spannendste Frage: Ja warum eigentlich nicht?

Brainstorming erweitern; holt das Maximum raus!

Brainstorming erweitern

Brainstorming erweitern

Sturm ist angesagt. Genau; Brainstorming kennen wir alle: Thema wird genannt, dann rufen oder schreiben alle Begriffe auf und es wird gesammelt. Erlaubt ist alles, falsche Ideen gibt es nicht. Ein super Tool, wenn es um das Generieren von Ideen geht. Darum mein Tipp: Brainstorming erweitern und noch mehr raus holen.

Wie jedes Tool kann es erweitert oder in Varianten durchgespielt werden.

Zum Beispiel:

  • Als Ausgangspunkt einen Text lesen und per Brainstorming Assoziationen zusammenstellen.
  • Nicht nur schreiben, sondern skizzieren, einfache Bilder erstellen.
  • Formen sprechen lassen, zu Beispiel schnelle 3D Skizzen oder in Form von Gegenständen, die zusammengesucht werden.
  • Mehrere Durchgänge, zwischendurch Cluster (Themenwolken) erstellen.

Wenn möglich die entstandenen Konstrukte hängen oder stehen lassen. Sie sind gerade in einem längeren Gestaltungsprozess eine wunderbare Inspirations Quelle. Hier kann jeder Einzelne vom «Brainpower» der Gruppe profitieren.

Bild: Workshopwoche, CoCreate 2016 @ FHNW HGK

Schnipsel, schnipseln, schnipselig = 3D Skizzen

schnipseln, Schnipsel, 3D Skizzen

3D Skizzen, mehr ist mehr

3D Skizzen (Schnipsel), auch Prototypen genannt: Was bringt’s?
«Skizze, skizzieren, skizziert» bewegt sich auf einer flachen Unterlage. Das Resultat ist zweidimensional. Im Gegensatz dazu ist «Schnipsel, schnipseln, schnipselig» dreidimensional.

In dem Sinne ist «Schnipseln» oder 3D skizzieren ein  zentrales Werkzeug der Gestaltung. Es erweitert die eigene Sicht auf die Gestaltung des Objektes. Schnipseln ermöglicht ein besseres Erfassen der Situation und gibt eine klarere Vorstellung wie das Produkt in echt aussehen könnte. Dass mehr Sinne sind involviert sind (sehen, spüren, hören) verstärkt das automatische generieren von neuen Ideen. Und: schnipseln braucht nicht mehr Zeit als 2D skizzieren.

Genau: Mehr ist mehr.

Tipp: Nicht nur Papier, Karton und Malerklebband, sondern Resten jeglicher Art eignen sich bestens für schnelle 3D Skizzen.

Text zu Motivation & Zielstrategie

Skizze: Wie komme ich zum Ziel? (Zielstrategie)

Wie erreicht der Studierende ein Ziel?

Zuerst – das tönt jetzt etwas einfach, aber dennoch: Er oder sie muss das Ziel kennen und verstehen. Genau, nicht nur kennen im Sinn von «das hab ich im Projektbeschrieb gelesen» sondern auch verstehen im Sinn von «ich weiss um was es geht».
Danach kommen die Überlegungen dazu, wie das Ziel erreicht werden kann. Offensichtlich gibt es hier unterschiedliche Herangehensweisen und didaktische Überlegungen. So ist es je nach Situation angezeigt eine Strategie gemeinsam zu entwickeln oder das Gegenüber auf eigenen Beinen stehen lassen.

Beim gemeinsam Entwickeln der Zielstrategie – und darum geht es hier – geht es keinesfalls drum dem Studierenden alles zu servieren sondern darum ihn so zu begleiten, dass er die Entwicklung eigentlich selber macht. Der Dozierende gibt hier nicht fertige Antworten im Sinne von: Zuerst müssen Sie … dann kommt … und dann will ich … sehen. Fragen stellen um zu Einsichten zu gelangen ist eine gute Möglichkeit von Begleitung. Zum Beispiel: «Was meinen Sie, welchen Input und welches Material brauchen Sie um gute Bilder für eine Fotoreportage zu erstellen?» Ist für den Dozierenden klar, dass gewisse Aspekte übersehen werden, kann selbstverständlich nachgehakt werden. «Denken Sie fundierte Hintergrundinformationen zum Thema würden Ihnen beim Fotografieren helfen?»

Faktoren

Es ist aber nicht nur die Zielstrategie, die dem Studierenden verhilft das Ziel zu erreichen. Es gibt unterschiedliche, zahlreiche Faktoren die Einfluss haben. Als zentral erachte ich Transparenz, emotionale Bindung und den gegenseitigen Austausch.

Transparenz beim Stellen einer Aufgabe (darum geht es, das ist wichtig, so wird bewertet, das erwarte ich …) hilft dem Gegenüber die Aufgabe im Sinn von «ich weiss um was es geht» zu verstehen. Bei gut gestellten Aufgaben sollten sich Antworten auf die Frage «was bringt mir das jetzt» mit Leichtigkeit ableiten lassen.
Hilfreich ist zweifelsohne das Knüpfen von emotionalen Bindungen zum Ziel. Diese entsteht, wenn das Gegenüber weiss es bringt ihm etwas – er tut es ja für sich. Emotionale Bindung kann auch durch Zusammenarbeit entstehen. In einer produktiven Gruppe zu arbeiten motiviert. Motivierte Leute haben Spass. Spass spornt zu Leistung an. Genau: Aufwärtsspirale!
Feedback einholen und so gegenseitigen Austausch fördern ist generell befruchtend. Wichtig aber auch, weil der Dozierende es nicht verpassen darf zu merken, wenn die Aufgabenstellung nicht klar ist. «Ich hab es doch schriftlich abgegeben». Stimmt, aber unter Umständen, müsste hier klar werden, dass wenn es trotzdem nicht funktioniert, die Aufgabe nicht klar gestellt wurde?

Inspiration

Gegenseitiges Austauschen in der Gruppe bei der Entwicklung der Zielstrategie, bringt oft beiden Seiten viel (Lernender und Lehrender). 20 Köpfe haben hier mehr Ideen als einer. Warum nicht in die Runde Fragen: «Welche Ansätze könnten Sie sich vorstellen um ans Ziel zu kommen?». Diese Art von Fragen und Austausch haben für mich als Dozentin oft den wunderbaren Nebeneffekt, dass ich auf neue Ideen komme. Meine Klasse schenkt mir Information und Inspiration.

Skizze: So get es! (Zielstrategie)